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(of) Die Tagung in der St. Johanneskirche begann mit Wohlklang: Der Schaffhauser Stadtorganist Peter Leu liess die Orgel laufen und intonierte die «Toccata in C» von Johann Sebastian Bach. Herzerwärmende Klänge, denn die Heizung in der Kirche tat ihre Arbeit erst seit den frühen Morgenstunden wieder, die Temperatur war deshalb frisch.

Frisch ans Werk gingen Synodalrat, Bischof und die Vertretungen aus den Kirchgemeinden (Präsidien und Finanzverantwortliche), die Traktandenliste versprach interessante Informationen und Diskussionen.

Synodalratspräsidentin Manuela Petraglio startete mit einem Überblick zu den anstehenden Jubiläen, die bis 2026 sehr zahlreich im Terminkalender aufgeführt sind. Noch in diesem Jahr steht die 150. Session der Nationalsynode in Basel an. Sie macht den Auftakt zum Festreigen. 2020 ständen 150 Jahre 1. Vatikanum an – Auslöser für die Gründung der Christ- bzw. Altkatholischen Kirche. Noch sei aber ungewiss, ob dieser Markstein auch wirklich gefeiert werde, erklärte Petraglio. Fest steht schon jetzt, dass das 150-Jahre-Jubiläum des Oltner Tages von 1872 gebührend begangen wird. Mit der gleichen Anzahl Jahre steht 2024 die Verfassung der Christkatholischen Kirche auf dem Festprogramm, das noch einen weiteren Punkt aufweist: den 100. Todestag des ersten Bischofs, Eduard Herzog. 2025 jährt sich dann die Ausrichtung der ersten Synodesession zum 150. Mal, ein Jahr später ist es die Wahl und Einsetzung des ersten Bischofs unserer Kirche. Auf Synodalrat und Kirchgemeinden warten festträchtige und arbeitsintensive Zeiten.

Neuer Webauftritt und ein Rücktritt

Gegenwärtiges konnte Synodalrat Franz Murbach über die Neugestaltung des kirchlichen Webauftritts verkünden. Die neue Homepage steht, noch aber müssen sich die Web-Verantwortlichen in den Gemeinden einer Schulung unterziehen. Zugang erhält nämlich laut Murbach nur, wer den Workshop absolviert und so die zur Bewirtschaftung der Website nötigen Kenntnisse erworben hat. Bis im Herbst sollte die Website in den drei grossen Landessprachen zugänglich sein. Neu ist auch, dass der Auftritt ebenfalls auf Mobile und Tablet ausgerichtet ist.

Die Synodalratspräsidentin informierte zudem, dass auf die Synode im Juni dieses Jahres der Präsident des Medienkomitees, Alois Schmelzer, zurücktreten wird.

Zentralbeitrag unter Beschuss

Beim nächsten Traktandum wurde der Ton frostiger, dafür die Voten echauffierter. Es ging einmal mehr um den Zentralbeitrag. Finanzchefin Anne Loch erläuterte kurz, wie der Zentralbeitrag berechnet wird, wobei sich das Verfahren durch eine Vielzahl von Faktoren und Rechenschritten als sehr komplex erwies. An der Rechenformel an und für sich wollten die Kirchgemeindevertretungen nach Rückfrage von Manuela Petraglio nicht rütteln. Allein die «veraltete, wenig professionelle und sehr fehleranfällige» Excel-Tabelle, mittels derer die Beträge errechnet werden, bereiteten Beatrice Amrhein, Präsidentin der Kirchgemeinde Bern, Mühe. Da die Richtigkeit der Rechnungstellung nicht nachvollzogen werden könne, werde sie in Zukunft die Rechnung nicht mehr bezahlen. Schliesslich sei sie als Präsidentin für die rechtmässige Ausgabe der Steuergelder verantwortlich. Unzufrieden – und das seit Jahren – ist auch die Kirchgemeinde Zürich. Nach einem langen und intensiven Hin und Her einigten sich die Parteien darauf, dass die Rechnungsprüfungskommission das Augenmerk genauer auf den Zentralbeitrag richtet und dass eine Fachperson die technischen Belange zur Berechnung auf Verbesserungen prüfe. Ausserdem wird der Synodalrat alle Kirchgemeinden anfragen, ob sie bereit wären, ihre Zahlen für andere Kirchgemeinden offenzulegen – Zahlen, die eigentlich an jeder Kirchgemeindeversammlung allen zugänglich sind.

Neue Diakonatsausbildung

Noch bevor die Synodeunterlagen zum neuen Reglement für die Diakonatsausbildung verschickt sind, orientierte Bischof Harald Rein die Präsidien über die drei wichtigsten Neuerungen. So sei das Ständige Diakonat nicht mehr an eine Kirchgemeinde gebunden, wie dies bisher der Fall war. Zwar bedürfe es immer noch einer Empfehlung von Kirchgemeinden, doch wer die Ausbildung absolviert habe, könne sich auf dem «freien Markt» bewerben, erklärte der Bischof. Neu nutzt die Ausbildung das schweizweite Angebot an Kursen und sie nutzt es bausteinartig, je nach Schwerpunkt, den die Auszubildenden gesetzt haben. Ein Ausbildungsteil in christkatholischer Theologie bleibt nach wie vor Pflicht. Als Empfehlung wird im Reglement eine Altersgrenze genannt. Diese liegt bei 55 Jahren.

Personalplanung wird zunehmend schwieriger

Kurz orientierte Bischof Harald Rein noch über die Personalplanung, sind doch einige Stellen im Bistum neu zu besetzen. Dies sei, so Harald Rein, im Moment noch gut möglich, die Zukunft sehe aber weniger gut aus. Da immer weniger junge Menschen sich für ein Theologiestudium interessierten, werde die Kirche auf einen Mangel an Priesterinnen und Priestern zusteuern. Weil dadurch vermehrt Seelsorgende von aussen beigezogen werden müssen, werde man sich auch Gedanken über die Bedingungen zur Aufnahme in die Geistlichkeit unserer Kirche machen müssen, schloss der Bischof seine Ausführungen.

In der Fragerunde kamen die Themen «Burnout und Frust» von Seelsorgenden aufgrund eines sich verändernden Arbeitsumfeldes, die Verbesserung der Wahrnehmung unserer Kirche landesweit sowie das Anliegen, im «Christkatholisch» auch über die Pastoralkonferenz informiert zu werden, zur Sprache.

Dank speditiver Arbeit war die Traktandenliste bis zum Mittagessen abgehandelt und eine Nachmittagssitzung erübrigte sich. Die Kirchgemeinde Schaffhausen erwies sich als herzliche Gastgeberin, die es an nichts fehlen liess. Ernst Schuler erhielt für sein unermüdliches Schaffen im Dienste der Kirchgemeinde ein Präsent. Wo die kommende Tagung stattfinden wird, ist noch offen.

 
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