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In diesem Jahr gab es drei Themenschwerpunkte: Der Friedensprozess in Kolumbien, die zukünftige Zusammensetzung der Konferenz und wie immer der gegenseitige ökumenische Austausch über die Entwicklungen, Sorgen und Freuden innerhalb jeder vertretenen Konfessionsfamilie und die bilateralen ökumenischen Dialoge. Der Friedensprozess in Kolumbien schreitet weiter voran. Der langjährige Bürgerkrieg zwischen Militär, Rebellen, Privatarmeen und Drogenbanden ist beendet. Die Bürger/innen wünschen den Frieden. Die Aufbruchstimmung und der wirtschaftliche Wohlstand sind überall spürbar. Trotzdem ist die Gesellschaft weiterhin über die Frage gespalten, ob eine Generalamnestie für alle – ohne Differenzierungen – wirklich die beste Form ist, um die Vergangenheit abzuschliessen und wirkliche Versöhnung zu ermöglichen. Die Konferenz traf sich zu einer Diskussion mit Regierungsvertretern, Opfern und Tätern.

Die zukünftige Zusammensetzung der Konferenz gibt schon seit Jahren zu reden. Denn es hat nach über 60 Jahren Bestehen neue Kirchen/Konfessionsfamilien, die bisher nicht vertreten sind und bisherige Mitglieder, die nicht mehr kommen oder/und nicht mehr über die Bedeutung/Grösse verfügen wie früher. Auch gibt es neue Bewegungen und Gruppen (z. B. Global Christian Forum mit dem Schwerpunkt Ökologie), die sich bezüglich ihrer Vertretung nicht so kategorisieren lassen wie die klassischen/etablierten Kirchen. In dem Zusammenhang wird mittlerweile zwischen «alten» und «neuen» Kirchen/Bewegungen unterschieden. Die ökumenische Bewegung und ihre bisherigen Fraktionen und Kategorien befinden sich in einem gewaltigen Umbruch. Migration und Globalisierung führen dazu, dass jede Konfession nun bald an jedem Ort vertreten ist. Damit ist auch eine Themenverlagerung verbunden. Die institutionelle Einheit der Kirche interessiert immer weniger bzw. nur noch die Altkatholiken, Orthodoxen und Römisch-katholischen. Die Evangelisation, Mission, Vielfalt, Bewahrung der Schöpfung und gemeinsames diakonisches Handeln treten in den Vordergrund.

Den Kopf aus dem Wasser nehmen meint, nicht in seiner eigenen konfessionellen Lebenswelt gefangen bleiben, sondern den Blick dafür zu öffnen, was in der Welt – und vor allem bei den anderen Kirchen – geschieht. Dadurch lassen sich eigene Lehren, Ansichten und Traditionen hinterfragen. Voneinander lernen! Denn viele kircheninterne Entwicklungen, Sorgen und Freuden sind gleich. In fast allen Kirchen nimmt neben der Frage der Frauenordination die Frage nach der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften einen grossen Raum ein. Hinzu kommt das Thema Polygamie in Westafrika bei einem Übertritt zum Christentum im Hinblick auf bisher bestehenden Familienbeziehungen. Die theologischen Meinungen und Lösungen sind hier sehr unterschiedlich, auch nach Kulturraum. Leider aber auch kirchenspaltend.

Maja Weyermann

 
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