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«Der Glaube für sich allein ist tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.»

(Jakobus 2,17)

 

 

Jakobus macht sich in seinem Brief für eine Praxis des Glaubens – einen Glauben, der sich in Werken im Sinne von Taten äussert – stark. Damit wendete er sich gegen Glaubende, die alles auf die Karte Glauben setzten und die Taten als vollkommen bedeutungslos ignorierten. Jene verabsolutierten so die gut paulinische Position der Heilsnotwendigkeit des Glaubens. Jakobus andererseits wurde aufgrund seiner situationsbedingten Betonung der Werke vorgeworfen, das Heil allein in den Werken zu sehen. Die Alternative Glaube oder Werke war geboren, die über viele Jahrhunderte Christen in ihrer Glaubenspraxis und ihrer kirchlichen Heimat voneinander geschieden hat. Doch zurecht?

Jakobus geht es hier wie auch im restlichen Brief nie um die Werke alleine, sondern immer um den Glauben, der Werke hervorbringt. Glauben und Werke bilden sozusagen eine unzertrennliche Einheit. Und auch bei Paulus bleibt der Glaube nicht in der Theorie stecken, sondern nimmt im konkreten Leben Gestalt an, verwirklicht sich in Werken der Liebe. Paulus und Jakobus setzen aufgrund ihrer unterschiedlichen Situationen und Umfelder andere Akzente. Aber diese sind nicht so verschieden, dass sie eine absolute Alternative Glaube oder Werke erlauben. Vielversprechender scheint mir ein versöhnlicher Ansatz, der anerkennt, dass es sowohl den Glauben wie auch die Werke braucht. Denn weder Werke ohne den sie begründenden Glauben noch Glaube, der beim Lippenbekenntnis stehen bleibt, sind in Gottes Augen wertvoll. Statt der Alternative Glaube oder Werke sind Glaube und Werke gefragt.

Prn. Sarah Böhm-Aebersold

 
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